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Bernd Wille



Geboren bei Wittenberg, Schule, dann Studium der Visuellen sowie der Gesellschafts- und Wirtschafts-Kommunikation. Es folgten berufliche Tätigkeiten in Agenturen, in einem Verlag und in der Industrie. Dann langjährige Lehrtätigkeit im Bereich der Visuellen Gestaltung. Immer im engen Kontakt mit der Fotografie. Seit kurzem bin ich beruflich frei, lebe in Berlin – und das gern. Foto-Ausstellungen hatte ich in Griechenland, Österreich und Deutschland. Am liebsten fotografiere ich das nächste Projekt. Meine KB-Spiegelreflexkamera, mit der alles begann, war eine Asahi Pentax Spotmatic.

Das Konzept Q: Q die Kamera, Quadrat als Format, Quadriga, Quitte und Co. als Motive, das war das Konzept für meine Fotoserie mit der Pentax Q. Mir geht es beim Fotografieren um die Bilder. Und darum auch um das Bilder-Machen selbst, darum, wie die Bilder entstehen: Die Konfrontation mit dem Motiv, die daraus resultierende fotografische Situation sowie deren gestalterische Absicht und Umsetzung. Ich wollte vor allem wissen, ob die Q hierfür geeignet ist.Darüber hinaus wollte ich mit meinen Q-Fotos erkunden, in welche Bilderwelten ich mit einer kompakten Digitalkamera gelangen kann. Z.B. dann, wenn ich ohne große Kamera unterwegs bin. Oder wenn ich keine Motive erwarte, sie mich aber doch finden. Was tun, wenn ich dann keine Kamera dabei habe?

Die Kompakt-Kameras, die ich bisher ausprobiert hatte, lösten dieses Problem nicht. Nicht unbedingt wegen der fehlenden (?) Bildqualität im Vergleich zu einer DSLR. Kompakte verlangen natürlich wegen des kleineren Sensors andere fotografische Umsetzungen und fordern so den Fotografen heraus, sich von einigen bei größeren Formaten lieb gewonnenen Gewohnheiten und Erwartungen zu trennen. Wenn man sich darauf einlässt und vor allem diese Tatsache akzeptiert, sind durchaus interessante, neuartige Bildresultate zu erwarten. Nein, vor allem das ”Handling“ der Kompakten hat mich nicht zufrieden gestellt. Es waren bis dahin Instrumente, die sich in vielen Foto-Situationen einfach nicht gut ”spielen“ ließen. Ob sich hier die Pentax Q besser schlägt, wollte ich in Aufnahme-Situationen ausprobieren, die gemeinhin für kompakte Digitalkameras nicht unbedingt optimal sind: es war Winter, es wurde früh dunkel und es war keine Reise in den Süden geplant. Nicht einmal Schnee gab es. Also das typische, ”schlechte“ Fotowetter. So schied als Konzept ”The Best of Schöne Fotos“ aus. Vielmehr musste das Beste aus den bestehenden Verhältnissen gemacht werden.

Die Fotos mit der Pentax Q wurden von mir weitgehend im DNG-Raw-Format fotografiert, in ACR entwickelt und in Photoshop weiterverarbeitet. So bleiben mir gegenüber dem Jpg-Format mehr Freiheiten für die endgültige Interpretation des Aufnahme. In der ”Entwicklung“ erfolgten nur globale Belichtungs- und Kontrast-Korrekturen sowie eine minimale Schärfung, aber keine Rauschreduzierung. Ich habe nämlich keine Rausch-Allergie. In nicht wenigen Fällen erscheint mir mittlerweile die Digital-Fotografie als zu glatt gebügelt. Kurz gesagt: Man sollte nicht vergessen, dass das spezielle Korn der analogen, dass ein gewisses Bildrauschen der digitalen Fotografie durchaus Informationsträger sind. Sie sagen z. B. etwas aus über die Bedingungen, unter denen ein Foto entstanden ist. Fehlen sie, erscheinen die Bilder mitunter künstlich und gestellt. Die Ergebnisse der Pentax Q sprechen trotz der widrigen Aufnahme-Bedingungen meiner Ansicht nach für sich. Und die für mich ebenso wichtige Frage des ”Handlings“ hat die Q ebenfalls positiv beantwortet. Sie ist meine Immer-dabei-Kamera geworden, auf die ich mich verlassen kann und auf der ich gern ”spiele“.

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